Guten Tag oder guten Abend,
der Januar ist zu zwei Dritteln um. Und jetzt wird der Winter zäh. Und das Leben manchmal mühsam. Erste gute Vorsätze bröckeln. Dann kommen vielleicht noch Schwierigkeiten in Projekten oder Beziehungen dazu und wir gehen in die Knie mental, emotional. Wer kennt das nicht? Dieses „emotionale Einknicken“ führt leider zu einer Spirale nach unten. Unser Körper schüttet vermehrt Stresshormone aus. Wir werden weniger optimistisch. Das Gegenteil von dieser nach-unten-Spirale ist Resilienz. Die Fähigkeit, Widrigkeiten die Stirn zu bieten und vielleicht sogar stärker daraus hervorzugehen.
Wenn es eine Eigenschaft gibt, die entscheidend dazu beiträgt, gesund älter zu werden, dann ist es die Fähigkeit, resilient zu sein – also widerstandsfähig mit Belastungen umzugehen. Gerade im grauen Januar ist es ein guter Zeitpunkt, über diesen zentralen Baustein im Health Self Management nachzudenken.
Damit es für dich praktisch wird, schreibe ich Dir heute zur Theorie der Resilienz für jeden Punkt eine Frage auf. Diese Fragen kannst Du als Sprungbrett nutzen, um deine Resilienz zu boostern. Passend zum Thema kommt am 29. Januar der Powerlunch: Wie wir stärker werden, sogar nach einer schweren Diagnose – mit mir und Rebecka Heinz, Gründerin von „1von8 – leben und arbeiten nach Brustkrebs“. Gleich hier anmelden!
Jetzt aber zu deiner Resilienz:
Definition. Resilienz bezeichnet die psychische Widerstandsfähigkeit eines Menschen, sich trotz widriger Umstände zu stabilisieren, zu regenerieren und an Herausforderungen zu wachsen. Sie ist nicht angeboren, sondern kann gezielt gefördert werden. Resiliente Menschen verfügen über spezifische Merkmale und Fähigkeiten, die sich in vier Kategorien zusammenfassen lassen:
1. Individuelle Faktoren
1.Selbstwirksamkeit: Die Überzeugung, Probleme eigenständig lösen zu können.
Welche Herausforderungen kannst du heute angehen, um dein Vertrauen in deine Fähigkeiten zu stärken?
2.Optimismus: Ein positiver Zukunftsblick, ohne die Realität zu verleugnen.
Zu welchem Aspekt in deinem Leben kannst du jetzt wählen, optimistisch(er) zu sein?
3.Emotionale Regulierung: Die Fähigkeit, eigene Emotionen wahrzunehmen und gezielt zu steuern.
Tue heute eine Sache, von der du weißt, dass sie dir hilft, deine Emotionen zu regulieren: Geh spazieren, mach eine Atemübung oder schreib Tagebuch.
4.Flexibilität: Anpassungsfähigkeit an neue Situationen und Herausforderungen.
In welchem Bereich deines Lebens könntest du flexibler reagieren und Neues ausprobieren?
2. Soziale Faktoren**
5.Soziale Unterstützung: Das Vorhandensein von emotionaler und praktischer Hilfe.
Wen konkret kannst du in einer schwierigen Angelegenheit um Hilfe bitten?
6.Bindungsfähigkeit: Die Fähigkeit, sichere und stabile Beziehungen aufzubauen.
Wem in deinem Leben kannst du etwas Freundliches sagen oder eine kleine Hilfe anbieten, sodass es eure Beziehung stärkt?
7.Kommunikationsfähigkeit: Effektive Kommunikation und Konfliktbewältigung.
Sind Kommunikation und Konfliktlösung schon deine Stärke, oder brauchst du gerade dort Unterstützung? Wie kannst du in diesem Jahr in diesem Punkt lernen?
3. Kulturelle und gesellschaftliche Faktoren
8.Werte und Sinngebung: Identifikation mit übergeordneten Zielen und Werten.
Welche Werte erfüllst du, wenn du dich der schwierigen Situation stellst?
9.Kulturelle Ressourcen: Zugang zu Bildung, Spiritualität oder Gemeinschaften.
Welche Ressourcen von Gruppen stehen dir zur Verfügung? Vereine, Facebook-Gruppen, Meditationsgruppen? Was willst du dieses Jahr aufbauen?
4. Umweltfaktoren
10. Ressourcenverfügbarkeit: Zugang zu finanziellen, bildungsbezogenen und medizinischen Ressourcen.
Welchen Zugang zu Bildung (z. B. Online-Kurse) oder medizinischer Vorsorge kannst du in diesem Jahr noch mehr nutzen?
11. Bonus! Sichere Lebensumstände:** Physische und psychologische Sicherheit. Lass uns heute dankbar dafür sein, dass wir so sicher leben! Im Gegensatz zu Menschen in der Ukraine oder im Gaza-Streifen.
Im nächsten Blog gehen wir noch eine Stufe tiefer: zum Post Traumatic Growth. Also dem Wachsen nach Trauma.
Für heute grüße ich dich und schicke resiliente Vibes für deinen starken Januar, Ursula
Literatur:
Werner, E. E., & Smith, R. S. (1982). Vulnerable but invincible: A study of resilient children. McGraw-Hill.
Werner, E. E., & Smith, R. S. (1989). Vulnerable but Invincible: A Longitudinal Study of Resilient Children and Youth. Adams, Bannister and Cox.
Diese Veröffentlichung ist eine erweiterte und aktualisierte Version der ursprünglichen Studie. Hier werden die Langzeitergebnisse der Kauai-Studie dargestellt, mit einem besonderen Fokus auf die Lebensverläufe bis ins junge Erwachsenenalter.
Für Interessierte: Die KAUAI Studie
Die Kauai-Studie: „Vulnerable but Invincible“
Ein beeindruckendes Beispiel für Resilienz liefert die **Kauai-Studie**, eine wegweisende Längsschnittstudie der Forscherinnen Emmy Werner und Ruth Smith. Die Studie begleitete 698 Kinder, die 1955 auf der hawaiianischen Insel Kauai geboren wurden, über mehr als 40 Jahre hinweg. Ziel war es, die langfristigen Folgen von Belastungen vor, während und nach der Geburt zu untersuchen.
Besonderes Augenmerk lag auf 201 Kindern, die als „höchst gefährdet“ eingestuft wurden.
30% von 201 Kindern, wuchsen in Armut auf, hatten Eltern mit niedrigem Bildungsstand oderlitten unter belastenden Familienverhältnissen wie Streit, Scheidung, Alkoholismus oder psychischen Erkrankungen. Trotz dieser schwierigen Startbedingungen entwickelte sich ein Drittel dieser Hochrisikokinder zu stabilen und fähigen Erwachsenen. Sie zeigten keine gravierenden Lern- oder Verhaltensstörungen und konnten erfolgreich ihr Leben gestalten.
Die Kauai-Studie zeigt eindrucksvoll, dass schützende Faktoren wie emotionale Unterstützung durch Bezugspersonen, frühe Erfolgserlebnisse und ein positiver Selbstwert entscheidend dafür sind, dass selbst unter widrigen Bedingungen Resilienz entstehen kann.
Resilienz ist keine feste Eigenschaft, sondern ein dynamischer Prozess. Sie kann durch gezielte Strategien und einen bewussten Lebensstil gefördert werden. Gerade im Januar, einem Monat, der uns oft mental fordert, lohnt es sich, über unsere eigenen Ressourcen nachzudenken und gezielt an unserer Widerstandsfähigkeit zu arbeiten. So stärken wir nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unsere Fähigkeit, den Herausforderungen des Lebens gelassen zu begegnen.
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