Guten Tag oder guten Abend,
Jetzt war ich ein paar Wochen still im Blog – ich war viel unterwegs – meine Reiseberichte auf LinkedIn findet ihr unter meiner Signatur. Dafür habe ich heute eine wichtige Frage.
Die Frage an dich:
Was haben ein Morgenkaffee, ein Glas Wein am Abend und ein Krebsmedikament gemeinsam?
Alle drei entfalten ihre Wirkung im Körper auf eine Weise, die stark von unserer genetischen Ausstattung abhängt. Gene entscheiden mit darüber, wie gut wir bestimmte Stoffe verarbeiten – und ob sie uns nutzen oder eher schaden. Genetisches Wissen kann damit Leben retten, Therapien optimieren – und Alltagsempfehlungen personalisieren.
Pharmakogenetik in der Praxis: Das Beispiel Tamoxifen (Brustkrebsmedikament)
Jede 8. Frau ist einmal in ihrem Leben von Brustkrebs betroffen. Bestimmt kennst auch du eine Frau: eine Schwester, Tante, Kollegin, die Brustkrebs hatte oder hat. Viele Brustkrebstumoren sind östrogensensitiv. Der Östrogenspiegel muss auf 0 gesenkt werden.
Tamoxifen ist daher ein Standardmedikament in der Brustkrebstherapie. Aber: Es ist ein Prodrug – es muss durch ein bestimmtes Enzym im Körper aktiviert werden, damit es überhaupt wirken kann. Dieses Enzym heißt CYP2D6 und wird durch unsere Gene gesteuert.
Wer einen langsamen Metabolisierer-Typ für CYP2D6 hat, kann Tamoxifen schlechter aktivieren – die Wirkung bleibt möglicherweise aus – aber schlimmer noch! Patientinnen mit bestimmten Genvarianten haben ein signifikant höheres Risiko für Rückfälle, wenn Tamoxifen bei ihnen nicht richtig wirkt (Quelle unter meiner Signatur).
Fazit: Eine einfache genetische Testung kann Leben retten – und die Therapie gezielter machen.
2. Warum Koffein nicht alle wach macht
Manche Menschen können abends noch Espresso trinken – andere schlafen nach einem Nachmittagskaffee die halbe Nacht nicht. Dahinter steckt das Enzym CYP1A2, das Koffein abbaut. Auch hier gibt es „schnelle“ und „langsame“ Verstoffwechsler.
Wer genetisch bedingt Koffein langsam abbaut, hat länger hohe Blutspiegel – was mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck oder Herzprobleme in Verbindung gebracht wird (von Schlafproblemen ganz zu schweigen, die massive Gesundheitsprobleme mit sich bringen).
Kaffee ist kein Lifestyle-Gut, sondern wirkt pharmakologisch – und nicht für alle gleich.
Alkohol: Nicht jeder kann gleich gut entgiften
Die Enzyme ADH1B und ALDH2 sind zentral für den Alkoholabbau. Eine Mutation in ALDH2, die in bestimmten Bevölkerungsgruppen (v. a. Ostasien) häufig vorkommt, führt dazu, dass der toxische Zwischenstoff Acetaldehyd nicht abgebaut wird – es kommt zu starker Gesichtsrötung, Übelkeit, Herzrasen.
Menschen mit dieser Variante haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs – selbst bei moderatem Alkoholkonsum【Brooks et al., PLoS Med 2009 → https://journals.plos.org/plosmedicine/article?id=10.1371/journal.pmed.1000050】.
Eine genetische Variante kann aus Genussmittel ein Gesundheitsrisiko machen.
Was bedeutet das für Health Coaching & Prävention?
- Therapieanpassung:Medikamentenwahl und Dosierung werden passgenauer, Risiken sinken.
- Personalisierter Lifestyle:Ernährung, Sport und Regeneration lassen sich gezielter steuern.
- Früherkennung:Wer seine genetische Ausstattung kennt, kann proaktiv handeln – nicht erst, wenn Symptome auftreten.
Aber: Genetik ist keine Glaskugel. Gene sind nur ein Teil des Bildes. Umwelt, Lebensstil und Epigenetik spielen mit. Deshalb brauchen wir eine informierte, differenzierte Anwendung – und Expert:innen, die das Wissen sinnvoll übersetzen können.
Shifte deine Gesundheit und dein Leben und das von Klientinnen und Patientinnen. Ich freue mic auf dich nächste Woche, Ursula
P.S. Meine Reisen zu Longevity und anderen Events auf LinkedIn.
P.P.S. Jetzt Interessentengespräch sichern!
Verändere die Gesundheit und Lebensenergie von dir selbst und anderen Menschen!
Quellen zum heutigen Blog.
Tamoxifen und Genetik:
Schroth et al., JAMA, 2009 → https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/183998.
Kaffee und Genetik: Cornelis et al., JAMA 2006 https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/202342】.
Alkohol und Genetik: 【Cornelis et al., JAMA 2006 https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/202342】.
Du möchtest noch tiefer ins Thema Health Coaching eintauchen?
Dann ist unsere Holistic Health & Longevity Coach Weiterbildung (HHC) genau das Richtige für dich! In diesem 6-monatigen Online-Programm mit wöchentlichen Live-Calls (inkl. Aufzeichnungen) erhältst du fundiertes Wissen, praxisnahe Tools und eine starke Community – für deine persönliche und berufliche Weiterentwicklung.
Starte jetzt durch – der nächste Durchgang beginnt im November! Hier gibts alle Infos!
Buche dein kostenloses Erstgespräch hier:
meetings.hubspot.com/maya-rosenberg