Guten Tag oder guten Abend,
Powerfoods sind vor allem in Social Media immer wieder in aller Munde. Sie heißen so, weil diese Nahrungsmittel, oft aus Pflanzen, Wurzeln oder Algen so besonders potente Wirkstoffe enthalten – eben Superfoods sind!
Aber kennst du wirklich alle Fakten? In diesem Blog teile ich einige Details zu fünf beliebten Superfoods, die oft übersehen werden. Und wieder einmal machen zwei Dinge den Unterschied: erstens die Herkunftsquelle, also die Qualität des Nährstoffs.
Und zweitens, deine Genetik. Zwei der fünf Superfoods, die ich in diesem Newsletter erwähne, sind für Menschen mit einem langsamen COMT-Gen, also einem langsamen Abbau der Stressneurotransmitter im Gehirn, gar nicht so zu empfehlen! Circa 20% der Bevölkerung in unseren Breitengraden (kaukasischer Genpool) haben einen COMT-Polymorphismus mit einer langsamen COMT. Sie sollten sich daher bei diesen beiden Superfoods zurückhalten oder genau beobachten, ob nicht genau das Gegenteil von dem eintritt, was sie sich erhoffen: mehr Gelassenheit und Resilienz.
Starten wir mit einem All-Star der Superfoods, von dem auch wirklich alle profitieren können.
1. Maca – Energiebooster aus den Anden
Traditionelle Anwendung: Maca wird in Peru seit Jahrhunderten als Adaptogen genutzt, um Energie, Ausdauer und angeblich auch die Libido zu steigern. (Ob man das sagt, damit die Menschen das Pulver nehmen? ).
Wissenschaftliche Evidenz: Studien deuten darauf hin, dass Maca die körperliche Leistungsfähigkeit unterstützen und die hormonelle Balance positiv beeinflussen kann, insbesondere in der Menopause. Solide Langzeitstudien fehlen jedoch.
Unbekannter Fakt: Maca gibt es in verschiedenen Farbvarianten – gelb, rot und schwarz – und jede hat leicht unterschiedliche Wirkungen. Gelbe Maca ist die am häufigsten verwendete Form und gilt als Allrounder, während rote Maca besonders für Frauen in der Menopause empfohlen wird. Schwarze Maca soll laut Studien besonders förderlich für Gedächtnisleistung und Ausdauer sein.
2. Matcha – Mehr als nur grüner Tee?
Traditionelle Anwendung: In Japan ist Matcha Bestandteil der Teezeremonie und wird für seine antioxidativen Eigenschaften geschätzt.
Wissenschaftliche Evidenz: Matcha enthält eine hohe Konzentration an Catechinen (z. B. EGCG), die entzündungshemmend wirken können. Zudem fördert das enthaltene L-Theanin eine entspannte Wachsamkeit, was Konzentration und Fokus verbessern kann.
Unbekannter Fakt: Matcha ist reich an EGCG, einem Antioxidans, das nicht für jeden optimal ist. Es hemmt das Enzym COMT, das für den Abbau von Katecholaminen verantwortlich ist. Wenn man nun weiß, dass in Asien besonders viele Menschen ein schnelles COMT-Gen haben, macht die Empfehlung von grünem Tee total Sinn. Ihre COMT wird moderat langsamer. Aber Menschen in unseren Breitengraden, die bereits eine langsame COMT haben, könnten paradoxerweise negative Effekte spüren, wie eine gesteigerte Stressanfälligkeit. Zudem gibt es Hinweise, dass Matcha Schwermetalle wie Blei aus dem Boden aufnimmt – daher ist Bio-Qualität besonders wichtig.
3. Ashwagandha – Der natürliche Stressblocker
Traditionelle Anwendung: Ashwagada wird seit Jahrtausenden in der ayurvedischen Medizin als Adaptogen genutzt, um Stress zu reduzieren und das Nervensystem zu stärken. Als Adaptogen bezeichnet man Stoffe, die Adaptogene, die dem Körper helfen, sich besser an Stress anzupassen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber physischen, emotionalen und umweltbedingten Belastungen zu erhöhen. Sie wirken regulierend auf das Nervensystem, das Hormonsystem und das Immunsystem, indem sie Ungleichgewichte ausgleichen, anstatt eine einzelne, spezifische Wirkung zu entfalten.
Wissenschaftliche Evidenz: Klinische Studien zeigen eine messbare Reduktion von Cortisol, dem Stresshormon. Zudem wird Ashwagandha mit verbesserten Schlafmustern, einer besseren Gedächtnisleistung und Muskelkraft in Verbindung gebracht.
Unbekannter Fakt: Studien, die in letzter Zeit Ashwagandha vor schweren Nebenwirkungen gewarnt haben, betrachten oft nicht alle relevanten Faktoren. Welche Dosis wurde verwendet? Über welchen Zeitraum? Hatten die Teilnehmenden Vorerkrankungen? Stammte das Präparat aus einer sicheren Quelle? Ein Blick in die Details zeigt: Hochwertige Extrakte in angepasster Dosis gelten als sicher und hilfreich – vor allem für Frauen in der Menopause.
4. Kurkuma – Goldene Wurzel gegen Entzündungen
Traditionelle Anwendung: In der indischen Medizin (Ayurveda) wird Kurkuma als Heilmittel für Entzündungen, Verdauungsprobleme und Immunschwäche genutzt.
Wissenschaftliche Evidenz: Curcumin, der Hauptwirkstoff, zeigt in Studien entzündungshemmende und antioxidative Effekte. In Kombination mit schwarzem Pfeffer (Piperin) wird die Bioverfügbarkeit stark erhöht.
Unbekannter Fakt: Kurkuma teilt ein Problem mit Matcha – es hemmt ebenfalls das Enzym COMT. Wer eine COMT-Schwäche hat, könnte durch die zusätzliche Hemmung von Katecholamin-Abbauprozessen verstärkt unter Stress oder Reizbarkeit leiden. Zudem hat sich gezeigt, dass Curcumin die Eisenaufnahme im Darm hemmen kann – wer zu Eisenmangel neigt, sollte dies bedenken.
5. Spirulina – Das grüne Proteinwunder?
Traditionelle Anwendung: In vielen Kulturen wird Spirulina als nährstoffreiche Alge verwendet, insbesondere für Protein und Mikronährstoffe.
Wissenschaftliche Evidenz: Spirulina enthält viel Eiweiß, Antioxidantien und B-Vitamine. Studien deuten auf immunstärkende und entzündungshemmende Effekte hin.
Unbekannter Fakt: Spirulina ist eine Mikroalge und kann durch andere giftige Mikroorganismen wie Cyanobakterien sowie durch Schwermetalle verunreinigt werden – insbesondere, wenn sie aus offenen Systemen (Meer) oder unsicheren Quellen stammt. China gehört zu den größten Produzenten von Spirulina, doch nicht alle Produkte unterliegen strengen Qualitätskontrollen. Hochwertige Spirulina aus kontrollierten, geschlossenen Kreisläufen ist daher die beste Wahl.
Fazit: Superfoods: was ist Hype, was ist sinnvoll?
Viele Powerfoods haben tatsächlich gesundheitsfördernde Eigenschaften. Entscheidend sind Qualität, richtige Dosierung und individuelle Verträglichkeit. Gerade bei Nahrungsergänzungen lohnt sich eine fundierte Auswahl!
Was ist dein Geheimtipp oder deine Erfahrung mit diesen Powerfoods?
Für heute grüße ich Dich in Vorfreude auf den Powerlunch, Ursula
Quelle: Immunpower, Dr. Friederike Feil.