Jungbrunnen: meine Kloster-Auszeit

Jungbrunnen: meine Kloster-Auszeit

Was ist dein Jungbrunnen? 7 Tage Stille, Rhythmus und Klänge – meine Erfahrungen.

 

Guten Tag oder guten Abend,

einmal im Jahr nehme ich mir eine Woche im Kloster – ohne Social Media, ohne Mails, ohne Dauerreden. Das klingt nach ziemlich viel Monotonie? Für mich ist es ein notwendiger Gesundheits- und Kreativitäts-Reset. Als stresssensible Highperformerin braucht mein Nervensystem diese große Stille-Pause.

Heute teile ich meine 10 Takeaways – ergänzt um wissenschaftliche Hintergründe (in LinkedIn poste ich nur shortcuts – nur hier im Blog erhältst du die vertieften Hintergründe). Sie zeigen, warum solche Auszeiten kein „Nice-to-have“ sind, sondern eine wirksame Investition in Leistungsfähigkeit, Gesundheit und innere Ausrichtung. Vor allem aber: Balsam für die Seele .

Freundlichkeit als Mikro-Regeneration

Im Kloster wird man mit einem Lächeln begrüßt – von Schwestern, Gästen, Mitarbeitenden. Diese soziale Wärme wirkt wie ein natürlicher Cortisol-Senker. Studien der University of California zeigen, dass schon kurze, positive soziale Interaktionen den Parasympathikus aktivieren und die Herzratenvariabilität verbessern – ein Marker für Resilienz (1) (Studien unter meiner Signatur aufgelistet).

Leben im festen Tagesrhythmus

Die Benediktinerregel kennt klar strukturierte Zeiten für Arbeit, Gebet, Essen und Ruhe. Für mein genetisch stress-sensibles Nervensystem ist dieser Rhythmus Medizin. Chronobiologische Forschung (u. a. Till Roenneberg, LMU München) belegt, dass ein regelmäßiger Tagesablauf die innere Uhr stabilisiert, den Schlaf vertieft und Stimmungsschwankungen reduziert (2).

Klänge, die tragen

Die benediktinischen Gesänge sind nicht nur schön – sie arbeiten auf Frequenzebene. Musikpsychologie und Neuroforschung zeigen, dass gregorianische Choräle Alpha- und Theta-Gehirnwellen fördern (3). Diese Wellen sind mit tiefer Entspannung, Inspiration und emotionaler Balance verbunden.

Frühe Bettruhe, tiefer Schlaf

Im Kloster endet der Tag früh, ohne Bildschirmlicht. Die Forschung ist hier eindeutig: Dunkelheit und Regelmäßigkeit erhöhen die Melatoninproduktion und verbessern den Tiefschlaf. Laut einer Studie im Journal of Sleep Research führt schon eine Woche mit frühem Zubettgehen zu messbarer Erholung der kognitiven Leistungsfähigkeit (4). Ich konnte das messbar auf meiner Garmin-Uhr sehen – Hammer Erholungswerte für meine kleine stresssensible Natur: Body Battery in den 90ern bis 98%, Erholung auf der Garmin-Uhr über Nacht bei 13 (heißt hier: je niedriger, je besser, 100 = maximaler Stress) HRV über 40 (das habe ich zuletzt vielleicht als Teenager gehabt J).

‍♀️Geistige Nahrung

Die Psalmen – 2500 Jahre alte poetische Texte – sprechen das Herz an und geben Halt. Psychologie und Religionsforschung zeigen, dass spirituelle Praktiken das Kohärenzgefühl stärken (5). Ein stabiles Kohärenzgefühl ist ein Schutzfaktor gegen Stress und Burnout.

⚡️Kreative Klarheit

Abschalten von Inputfluten gibt Raum für eigene Gedanken. Kreativitätsforschung (u. a. Andreas Fink, Uni Graz) zeigt: Ideen entstehen oft in Phasen niedriger äußerer Stimulation, wenn das Gehirn im Default Mode Network (DMN) frei assoziieren kann (6).

Ein echter Jungbrunnen

Die Kombination aus Rhythmus, Stille, Naturkontakt und nährenden sozialen Begegnungen wirkt wie eine „all-in-one“-Intervention für gesunde Langlebigkeit. Longevity-Forschung zeigt, dass gerade diese Faktoren entscheidend für gesunde Lebensjahre sind (7, 8).

Die Fallen bei der Rückkehr in den Alltag

So wohltuend die Auszeit ist – die größte Herausforderung kommt oft danach:
1. Email-Overwhelm – Plötzliche Reizüberflutung nach Tagen der Stille – vergleichbar mit sensorischem Stress in Reha-Patienten nach Klinikaufenthalten.
2. Lärm & Hektik – Der akustische Kontrast verstärkt die Stresswahrnehmung. Forschungen zur „auditory load“ zeigen, dass Großstadtlärm den Sympathikus über Stunden aktivieren kann (3).
3. Verlust des Rhythmus – Innerhalb weniger Tage schleichen sich spätere Schlafenszeiten, unregelmäßige Mahlzeiten und unstrukturierte Tagesabläufe wieder ein – mit messbarem Einfluss auf Stimmung und Energie.

Wie die Wirkung nachklingt

Auch wenn der Alltag zurückkommt – die Auszeit wirkt nach:
• Klarer Blick auf das Wesentliche – priorisieren fällt leichter
• Kreativer Durchbruch – ein schwieriges Kapitel im Coachingbuch gelöst
• Geschenk: ein neues Buch-Exposé wie „aus dem Nichts“ empfangen

Wissenschaftliche Quintessenz

  • Stille Auszeiten sind kein Luxus – sie sind eine Hochleistungsstrategie und einfach unentbehrlich!
    • Stille ist ein Aktivzustand – das Gehirn nutzt Ruhephasen für Verarbeitung und Integration
    • Rhythmus ist Regeneration – regelmäßige Strukturen entlasten das Stresssystem und verlängern die Erholungswirkung

Ich weiß nicht, wo du am besten regenerierst. Vielleicht ist dein stiller Ort kein Kloster, sondern eine Berghütte, ein Segelboot oder ein Schrebergarten. Wichtiger als der Ort ist die regelmäßige Rückkehr zu dir selbst – damit du nicht nur funktionierst, sondern lebst.

So grüße ich dich heute – mit oder ohne Urlaub, mit oder ohne Auszeit – Hab eine phantastische Zeit, herzlich, Ursula

 

Quellen Teil 3: Klosterauszeit.

(1) Fredrickson, B. L., & Joiner, T. (2002). Positive emotions trigger upward spirals toward emotional well-being. Psychological Science, 13(2), 172–175. https://doi.org/10.1111/1467-9280.00431

(2) Roenneberg, T., & Merrow, M. (2016). The circadian clock and human health. Current Biology, 26(10), R432–R443. https://doi.org/10.1016/j.cub.2016.04.011

(3) Bernardi, L., Porta, C., & Sleight, P. (2006). Cardiovascular, cerebrovascular, and respiratory changes induced by different types of music in musicians and non-musicians: The importance of silence. Heart, 92(4), 445–452. https://doi.org/10.1136/hrt.2005.064600

(4) Gooley, J. J., et al. (2011). Exposure to room light before bedtime suppresses melatonin onset and shortens melatonin duration in humans. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 96(3), E463–E472. https://doi.org/10.1210/jc.2010-2098

(5) Antonovsky, A. (1996). The salutogenic model as a theory to guide health promotion. Health Promotion International, 11(1), 11–18. https://doi.org/10.1093/heapro/11.1.11

(6) Fink, A., et al. (2009). The creative brain: Investigation of brain activity during creative problem solving by means of EEG and fMRI. Human Brain Mapping, 30(3), 734–748. https://doi.org/10.1002/hbm.20538

(7) Attia, P. (2023). Outlive: The science and art of longevity. Harmony Books. https://peterattiamd.com/outlive

(8) Buettner, D., & Skemp, S. (2016). Blue Zones: Lessons from the world’s longest lived. American Journal of Lifestyle Medicine, 10(5), 318–321. https://doi.org/10.1177/1559827616637066

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